der bildhauerische Aspekt

Seit vielen vielen Jahren verbindet mich mit Franziska Harnisch eine wunderbare künstlerische wie auch persönliche Freundschaft. Jedesmal lohnend für mich ist ihre künstlerische Auseinandersetzung bezüglich der bildhauerischen Begrifflichkeit, des Performativen sowie des Rezipierenden.

Franziska Harnisch schafft es, theoretische Konstrukte zu ziselieren, um sie neu zu stricken. Neu in einer Art, die als Produkt selbstverständlich erscheint. In ihren Arbeiten gibt sie einen Rahmen vor, bzw. sind es eher Eckpfeiler, die einen Prozess einleiten oder begleiten. Diese können geografisch, zeitlich oder handlungsorientiert sein. Der Besucher wird damit unumstößlich zur Arbeit selbst. Dabei nutzt Franziska Harnisch digitale wie analoge Medien zugleich. Es ist eine stetige Transformation, wie das Leben selbst. Sofern man in Franziska Harnischs Arbeiten von einem haptischen (bildhauerischen) Werk oder gar Endprodukt sprechen kann, würde ich es als performatives Relikt bezeichnen. Franziska Harnisch vermag es, sich der einzelnen Disziplinen zu bedienen und für ihre Auseinandersetzung zu annektieren. Sie nutzt unter anderem aus der kuratorischen Praxis den Open Call, die Selektion, die Aufbereitung sowie die Archivierung. Im Bereich der Performance, den Handlungsmoment und dessen Flüchtigkeit. Der bildhauerische Aspekt liegt bei ihr im Haptischen, im Greifen und Benutzen. All diese Momente fügt sie nahezu amorph zusammen. Franziska Harnisch macht genau das, was Kunst immer tun sollte: Grenzen auflösen und neu setzen. Der besondere Kniff: Franziska Harnisch lässt setzen. Im stetigen Fluss. Die Grenze zwischen Realität und Illusion lässt sich nicht richtig ziehen. Diese Grenze scheint unablässig in Bewegung zu sein und zu variieren, wie eine Welle die an den Strand brandet.

(Mirjam C. Wendt, Kuratorin, 2019)

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