Subbotnik

urbane Intervention, Aktion im öffentlichen Raum, Open Call

28.04.2018, 14 – 18 Uhr

Hildesheim (ausgewiesene Ladenleerstände)

in Kooperation mit der Stadt Hildesheim und dem KUNSTRAUM 53

Am 28.04.2018 waren Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, sich mit Putzutensil und Picknickkorb bewaffnet zu bestimmten, auf einer Übersichtskarte veröffentlichten Gewerbeleerständen in der Nordstadt und nördlichen Innenstadt Hildesheims zu begeben. Im Anschluss an das gemeinsame Putzen fand, ganz im Sinne des Subbotniks, ein Picknick vor dem Leerstand statt. (Subbotniks waren Arbeitseinsätze, bspw. in der DDR und den zugehörigen Staaten der SU. Ich nutze den umstrittenen Begriff als solchen, wie ich Subbotniks erinnere: Als gemeinschaftliche Aufräum- und Putzaktionen (auf öffentlichen Plätzen, Kitas, Schulen, Straßen etc.) durch Anwohner an Wochenenden, die nicht selten sehr fröhlich verliefen, Gemeinsinn und Gemeinschaft stärkten und nach denen oftmals zusammen gepicknickt wurde.)

 

Der Subbotnik und das anschließende Leerstandspicknick nahmen eine Auseinandersetzung mit dem Thema „Ladenleerstand in Hildesheim“ wieder auf. Als Mitbegründerin des KUNSTRAUM 53 trieb ich mich in meiner Zeit in Hildesheim aktiv Leerstandsprojekte unter dem Titel VOlllADEN in der Neustadt Hildesheims vorangetrieben.

 

In der Nordstadt Hildesheims stehen nach Untersuchungen aus dem Jahr 2017/18 ca. 29% der Gewerbe leer.
Wie bei "VOlllADEN / Leerstand ist ein starkes Präteritum" interessiert mich: Wie kann Aufmerksamkeitslenkung stattfinden? Können Orte durch Partizipation und Bespielung belebt werden und gegebenenfalls sogar als Identifikator um- bzw. neudefiniert werden? Das Putzen ist (wieder) eine simple Strategie, einen leeren Raum in einen szenischen Raum zu verwandeln und den Sinn der öffentlichen Aufmerksamkeit für die Gegenwart zu schärfen. Durch dieses Mittel wird der Blick auf etwas gelenkt, was nicht vergangen, aber vergessen im Stadtbild liegt. Oder simpel ausgedrückt: Wo Dreck ist, wird es meist dreckiger, wo Graffitis, zerkratzte Schreiben und Aufkleber prangen, folgen meist weitere – kurz: Wo Leere ist, folgt bei Nichtbeachtung nur mehr Leere.

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